Fauda auf Netflix: Atemlos im Antiterrorkampf

Fauda auf Netflix: Atemlos im Antiterrorkampf

28. März 2020 Aus Von Robert Laubenthal

In der Thrillerserie Fauda jagt eine israelische Spezialeinheit den „Panther“, einen gefürchteten Hamas-Terroristen. Die ersten drei Staffeln von Fauda sind aktuell auf Netflix verfügbar. Lies hier unsere Kritik sowie Hintergrundinfos zur hochspannenden, atemlosen Show.

Auf dem Streaming-Service Netflix lassen sich beileibe nicht nur US-Produktionen finden: Mit Fauda hat Netflix eine packende, absolut mitreißende Thriller-Serie aus Israel im Angebot. In Fauda bekämpfen sich eine israelische Spezialeinheit und palästinensische Hamas-Terroristen bis aufs Blut.

Serienmacher und Hauptdarsteller Lior Raz war selber einst Soldat in einer solchen Mista’aravim-Einheit. Und während es den Veteranen nicht erlaubt ist, über Erlebtes zu sprechen, verarbeitet Raz in Fauda eigene Erfahrungen und Geschichten aus seiner Armeezeit.

Fauda Rona-Lee Shim'on
Ein Sonderkommando im Feindesland | © Netflix

Fauda besticht demzufolge mit einem außerordentlich hohen Grad an Realismus: In wendungsreichen, fesselnden Einsätzen dringen die Antiterrorkämpfer in palästinensische Gebiete vor und versuchen, Terroristen zu verhaften oder gleich gezielt zu töten.

Neben diesen hochspannenden Missionen spielt jedoch auch der Alltag auf beiden Seiten der Grenze eine gewichtige Rolle. Auch das Privatleben der Terroristen wird in Fauda gezeigt.

So entsteht im Zuschauer ein Eindruck für den endlosen Kreislauf der Gewalt, der für den Israel-Palästina-Konflikt bezeichnend ist. Verlust, Trauer und Rachegelüste werden über Generationen weitergegeben, von den Vätern zu den Söhnen…

Darum geht’s in Fauda

Spezialeinheits-Soldat Doron Kavillio (Lior Raz) ist seit 18 Monaten im Ruhestand. In seiner letzten Mission tötete er den berüchtigten Topterroristen Abu Ahmad (Hisham Suliman), genannt „der Panther“.

Doch der Totgeglaubte ist quicklebendig: Abu Ahmad taucht wieder auf und will verkleidet die Hochzeit seines Bruders im Westjordanland besuchen.

Diese Gelegenheit will eine Mista’aravim-Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung nutzen und den Panther endlich dingfest machen. Hauptfigur Doron kehrt für diese eine Mission aus dem Ruhestand zurück und stößt zu seinen alten Kameraden.

Fauda Rona-Lee Shim'on
Fassungslosigkeit nach der Explosion | © Netflix

Die kleine Gruppe infiltriert als Caterer getarnt die Hochzeit, doch bevor Abu Ahmad auftaucht, geht so ziemlich alles schief: Sie werden enttarnt und sehen sich gezwungen, die Hochzeitsgesellschaft mit gezogener Waffe zu bedrohen. Einige Hochzeitsgäste, darunter der Bräutigam und Bruder des Panthers, sterben, während der gefürchtete Terrorist verletzt entkommen kann.

Der „Panther“ wird gejagt

Dies stellt in Fauda den Auftakt zu einer die gesamte erste Staffel dominierenden Jagd nach dem Panther dar, für die auch Doron dauerhaft in den Dienst zurückkehrt.

Die Spirale der Gewalt dreht sich dabei weiter und weiter: Die Witwe des getöteten Bräutigams lässt sich von der Hamas für einen Anschlag auf eine israelische Diskothek rekrutieren. Sie möchte ihren verstorbenen Ehemann rächen. Doch bei diesem Anschlag kommt wiederum eine Person gewaltsam ums Leben, die Mista’aravim-Kämpfer Boaz (Tomer Capon) nahe steht – und dieser schwört wiederum auf Rache…

Der gefürchtete Panther bereitet derweil einen verheerenden Anschlag auf Israel vor, dessen Ziel es ist, in der gesamten Region einen unumkehrbaren Flächenbrand auszulösen!

Die Kritik zur Netflix-Thrillerserie

Fauda bedeutet auf Deutsch Chaos, und das Wort nimmt in der Serie einen prominenten Platz ein: Die Mista’aravim-Spezialeinheit zur Terroristenjagd ist eine Truppe besonders gut ausgebildeter Kämpfer. Sie beherrschen den anspruchsvollen Kampf in urbanen Gebieten, in denen auf jedem Hausdach ein tödlicher Scharfschütze lauern könnte.

Auch in angespanntesten Situationen behält diese Truppe einen klaren Kopf. Denn auch wenn es schmutzige Arbeit ist, bei der Tote in Kauf genommen werden, so sollen ihre Einsätze doch so wenige „Kollateralschäden“ wie möglich nach sich ziehen. Jeder Tote „zu viel“, jeder unschuldig getötete oder verletzte Zivilist kann nämlich in der angespannten Grenzregion eine Gewalt-Eskalation hervorrufen, wie sie sich etwa während der sogenannten „Zweiten Intifada“ der Jahre 2000-2005 entlud, bei der mehr als 1000 Israelis und weit mehr als 3000 Palästinenser ihr Leben verloren.

Um dies zu erreichen und ihre Missionen erfolgreich abzuschließen, sind die israelischen Sonderkommandos auch Meister der Täuschung: Auf den Missionen, das ist in Fauda schön zu sehen, tragen sie abgewetzte Zivilkleidung und fahren in einem alten, schmutzigen Van in die palästinensischen Gebiete.

Das Sonderkommando um Hauptfigur Doron spricht auch fließend Arabisch und ist bestens bewandert in der palästinensischen Kultur. Das Ziel ist, sich auch bei Kontakt mit Menschen vor Ort nicht als Israelis zu verraten!

Israelische Soldaten, getarnt als Palästinenser

An einer Stelle wird dies in Fauda besonders schön deutlich: Soldat Doron hält sich einmal – nicht direkt bedroht – in einem palästinensischen Krankenhaus auf, und tarnt sich dort als Angehöriger des palästinensischen Sicherheitsdienstes.

Als Doron an diesem Ort im „Feindesland“ einen Anruf von seinem Chef Mickey Moreno (Yuval Segal) aus Israel erhält, antwortet er auf die Hebräischen Fragen seines Vorgesetzen auf Arabisch, damit niemand in seiner Umgebung ihn als Israeli erkennt! Auch Chef Moreno versteht die arabischen Antworten problemlos!

Und die isrealischen Sonderkommandos benutzen dieses (arabische) Wort „Fauda“, den Titel der Serie, genau in dem Moment, wenn etwas schief geht auf den Missionen, etwa die Tarnung auffliegt. „Fauda“ ist das Codewort für „Mayday“ – auch in den realen israelischen Einheiten. Der Fluchtwagen startet nicht? Fauda!

Hochspannungs-Einsätze mit unvorhersehbarem Ausgang

Nun kann sich wohl jeder, der schon einmal einen James-Bond-Film oder ähnliches gesehen hat, vorstellen, wie spannend es ist, sich getarnt mitten im feindlichen Gebiet aufzuhalten, umzingelt von (bewaffneten) Gegnern, die bei Aufliegen der Tarnung sofort das Feuer eröffnen werden!

Doch dies ist noch lange nicht der einzige Spannungs-Moment von Fauda. Auch entwickeln die ausgedehnten, oft minutenlangen Einsatz-Sequenzen durch ihren hohen Grad an Realismus und Härte einen unwiderstehlichen Sog, dem sich Zuschauer nicht entziehen können.

Die Entwicklung und der Ausgang der Einsätze sind schlicht nicht komplett planbar für die beteiligten Figuren und so auch völlig unvorhersehbar für die Zuschauer. Hier gilt es immer wieder, in den haarsträubendsten Situationen Ruhe zu bewahren, und gekonnt innerhalb von Sekundenbruchteilen zu improvisieren.

Das dies für die Zuschauer ein Höchstmaß an Spannung beinhaltet, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Die Missionen erwecken dabei den Eindruck, als könnte all dies wirklich geschehen. Und tatsächlich sind etliche an der Serie Beteiligte ehemalige Soldaten und speisen sich die Drehbücher aus ihren Erfahrungen auf realen Missionen.

Terroristen privat

Neben diesen mitreißenden Missionen besticht die Netflix-Serie Fauda auch durch den gezeigten Alltag inmitten des immerwährenden Konflikts – auf israelischer Seite, doch besonders auch auf palästinensischer Seite.

Denn bei aller Grausamkeit der Taten des „Panthers“ und anderer Terroristen wie Walid El Abed (Shadi Mar’i), der rechten Hand Abu Ahmads, lieben diese Menschen auch ihre Familien und ihre Nachbarn, für die sie schließlich in den bewaffneten Kampf ziehen.

Ja, der Panther Abu Ahmad trifft sogar zuweilen schlechte taktische Entscheidungen aus Liebe zu seiner Familie. Selbst diese Figur hat ein Privat- und Gefühlsleben (liebt etwa auch Schokolade!), und ist zu keinem Zeitpunkt von Fauda eine absolut kaltblütige, berechnende, komplett eindimensionale Kampfmaschine.

Dieser gezeigte Alltag, besonders in den palästinensischen Gebieten, ist in Fauda genauso interessant und spannend wie die Kampfeinsätze. Wohl kein Zuschauer fühlt nicht zumindest ein wenig mit dem „Panther“ mit, wenn dessen Frau ihm damit droht, samt Kindern nach Deutschland auszuwandern, da sie sich schlicht ein normales Leben jenseits der Gewalt wünscht.

Kreislauf der Gewalt

Das Private erdet in Fauda die Figuren, macht sie glaubwürdiger und vielschichtiger. Und gleichzeitig entsteht hierdurch – dadurch, dass Fauda mehr als eine reine Kriegs-Serie ist – ein Gefühl für die Unausweichlichkeit der Entwicklung im Israel-Palästina-Konflikt.

Die Zuschauer kennen diese Figuren auch privat und können so einfühlen, was es für sie bedeutet, wenn ein geliebter Mensch von der Gegenseite getötet wurde!

Dies trifft die Zuschauer von Fauda am Ende härter als jeder Kampfeinsatz. Das zerstörerische, absolut Destruktive der angewandten Gewalt wird spürbar, der Hass und die über Generationen weitergegebenen Rachegelüste werden vor dem Hintergrund des Privaten überhaupt erst nachvollziehbar.

Wie soll es denn weitergehen, wenn nach einer neuerlichen Gewaltorgie nachbarschaftliche Beziehungen zwischen den Beteiligten schlicht undenkbar erscheinen?

Dies alles macht Fauda sicherlich nicht zu leichter Kost, doch gerade in solchen Momenten gelingt es den Serienmachern, über das tatsächliche Geschehen hinaus ganz viel über die Situation in Israel zu erzählen, und darüber, warum sich dort in absehbarer Zeit bedauerlicherweise nicht allzu viel ändern wird.

Fauda: Gigantischer Erfolg in Israel

Wenn Hisham Suliman, der in Fauda den „Panther“ genannten Top-Terroristen spielt, im realen Tel Aviv einen Markt besucht, erhält er von Passanten Applaus, Komplimente und Küsse, wie in einem langen Artikel des New Yorkers zu Fauda zu lesen ist. Ja, selbst die Abendnachrichten dort berichteten über den Marktbesuch Sulimans.

Zweifellos: Der Erfolg von Fauda im Herkunftsland Israel ist groß. Die Darsteller und Beteiligten wurden zu Prominenten.

Doch die Entwicklung der Serie war zunächst schwierig, wie Schöpfer und Hauptdarsteller Lior Raz berichtet. Nachdem es von den großen TV-Stationen eine Absage gab, hofften Raz und Co-Schöpfer Avi Issacharoff, ein profilierter Journalist, auf den eher kleinen Sender Yes, der Fauda letztendlich auch produzierte und ausstrahlte.

Selbst bei Yes kriegten die Serienmacher anfangs zu hören, dass ihr Drehbuch „zu Macho“ wäre und Zuschauerinnen höchstwahrscheinlich einen Bogen um die Thriller-Serie machen würden.

Produzentin Danna Stern war nach eigener Aussage besorgt: „Der Titel ist in Arabisch und praktisch der gesamte Dialog ebenfalls.“ Und Stern weiter: „Wir hatten einen War Room eingerichtet, denn wir erwarteten nach Ausstrahlung einen wahren Shit Storm.“

Doch das Gegenteil war der Fall. Co-Schöpfer Issacharoff erzählt: „Fauda hat vielen Menschen in Israel die Augen geöffnet, da die Serie Mitgefühl mit einem palästinensischen Terroristen erzeugt – oder zumindest erhalten Zuschauer ein Gefühl dafür, warum er tut, was er tut.“

„Du siehst Personen, die in Terrorismus involviert sind, als Menschen, als Leute, die lieben, die Kinder haben, die nicht eindimensionale Bösewichte aus Actionfilmen sind.“, berichtet Issacharoff weiter.

Populärste Serie in Israel

Nun ist Fauda die erfolgreichste und beliebteste israelische Serie und wird weltweit auf dem Streaming-Dienst Netflix angeboten.

Schöpfer und Hauptdarsteller Lior Raz führt aus: „Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum lieben diese Serie … Araber, Nationale, Linke – jeder liebt sie.“

Die Serienmacher Raz und Issacharoff betonen gar dem New Yorker gegenüber, dass sie etliche Komplimente von Arabern aus dem Westjordanland, dem Libanon, Ägypten und der Golfregion für ihre Kreation erhalten würden.

Gerade über die Popularität unter palästinensischen Zuschauern wäre Hauptdarsteller Raz zunächst erstaunt gewesen: „Ja, ich war schockiert. Am Anfang habe ich nicht verstanden, warum sie Fauda so liebten. Doch wir lieben ihre Sprache. Ich liebe Arabisch…. Wir halten ihre Sprache in Ehren und ehren auch ihre Geschichte.“

Lior Raz‘ erschütterndes privates Schicksal

Ohne Hauptdarsteller und Serienmacher Lior Raz würde es Fauda nicht geben. Nicht nur diente Raz in einer ganz realen solchen Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung. Für den Schauspieler stellte die Arbeit an Fauda sogar eine Art Therapie dar, wie er selbst berichtet.

Die (psychischen) Belastungen seiner eigenen Armeezeit verstand Raz nach eigener Aussage erst einige Jahre später: „Als Person wacht du eines Tages auf und entdeckst, dass du unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidest. Du bemerkst, dass du immer angespannt bist, gestresst, nicht schlafen kannst, immer in Alarmbereitschaft.“

Und Raz weiter: „Wir leben in einer posttraumatischen Gesellschaft, wir alle.“

Erst die Arbeit an Fauda gemeinsam mit Issacharoff schaffte hier Abhilfe: „Das war meine wahre Therapie.“, erzählt Raz.

Arabische Wurzeln

Lior Raz gehört zu den Arabisch-stämmigen Israelis. Sein Vater wurde im Irak geboren, seine Mutter in Algerien. Zuhause wurde oft Arabisch gesprochen und Musik aus dem gesamten Nahen Osten gespielt.

Persönliches Schicksal in Fauda

Als Armeemitglied wurde Lior Raz‘ Leben von einer unfassbaren Tragödie erschüttert. Iris Azulai, seine damalige Freundin, wurde im Oktober 1990 auf offener Straße von einem jungen Palästinenser erstochen!

Raz berichtete dem staatlichen kanadischen Radio gegenüber von den damaligen Geschehnissen: „Iris Azulai war meine Freundin, während ich in der Armee war. Wir waren seit drei Jahren zusammen. Eines Morgens verließ sie ihr Haus und ein Terrorist kam aus Bethlehem und erstach sie. Sie und zwei weitere Menschen. Sie war meine erste Liebe. Es war sehr hart für mich. Und ich sprach tatsächlich 20 Jahre lang nicht darüber, bis wir begannen, Fauda zu schreiben.“

„Es gab eine große Wunde, die in meinem Herzen blieb … Wir sagen (auf Hebräisch), dass diese Serie mit Blut geschrieben wurde. Dem Blut unserer Freunde, meiner Freundin Iris. Ich denke, es gibt so viele kleine Geschichten in dieser Serie, die auf Dingen beruhen, die uns zugestoßen sind.“

Dieses ganz spezielle Trauma in Raz‘ Leben wird in Episode 3 der 1. Staffel von Fauda aufgenommen, die seiner damaligen, tragisch ums Leben gekommenen Freundin Iris Azulai gewidmet ist.

Lior Raz ist dennoch hoffnungsvoll

Trotz realer und fiktiver Gewalt und der gegenwärtigen Situation in Israel bleibt Hauptdarsteller und Serienmacher Lior Raz vorsichtig optimistisch: „Ich habe viele Arabische Freunde, gute Freunde. Wenn wir zusammensitzen, uns unterhalten und trinken, sind wir einfach Menschen. Und ich denke, Politiker wollen in Wahrheit gar keinen Frieden.“

Fauda Staffel 3: Das ist der Netflix-Starttermin

Die 3. Staffel von Fauda wurde in Israel bereits zu Beginn des Jahres 2020 ausgestrahlt. Auf dem Streaming-Dienst Netflix steht diese 3. Staffel seit dem 16. April 2020 zum Abruf bereit. Für Fauda-Nachschub ist somit also gesorgt!

Fauda Staffel 4 ist in Produktion

Auch eine 4. Staffel der israelischen Serie ist verkündet. Im Rahmen eines Screenings in Tel Aviv erklärte Co-Serienschöpfer Avi Issacharoff, dass die 4. Ausgabe der in 190 Ländern ausgestrahlten Show bereits in Arbeit sei, wie The Times of Israel berichtet.

Fauda wurde übrigens von der renommierten New York Times zu einer der 30 besten internationalen Serie der vergangenen Dekade erklärt. Sogar auf Platz 8 von 30 landet die israelische Produktion in den Augen des New Yorker Blattes.

Fauda: Die Besetzung

Lior Raz als Doron Kavillio

Lior Raz ist nicht nur Schöpfer und Autor von Fauda, sondern mimt auch Hauptfigur Doron Kavillio.

Der am 24. November 1971 geborene Raz diente selbst in einer Mista’aravim-Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung. Über das damalige Training berichtet er dem New Yorker gegenüber: „Über 15 Monate erhielten wir jeden Abend vor dem Schlafengehen Schläge in den Magen.“ Diese Übung sollte die Rekruten dazu befähigen, Schmerzen zu ignorieren.

Über seine Gründe, zu einer solchen „Duvdevan“-Spezialeinheit zu gehen, berichtet Raz: „Du willst Teil der besten Menschen im Land sein, dich selbst testen… Du willst deine Freunde beschützen und Teil eines Teams sein, das zusammenarbeitet.“

Als Bodyguard von Arnold Schwarzenegger

Nach der Armee-Zeit ging Raz mit 125 Dollar in der Tasche nach Los Angeles und arbeitete dort als Bodyguard für Nastassja Kinski und Arnold Schwarzenegger. Doch diese Arbeit erschien dem Elite-Soldaten zu ereignislos, wie er selbst berichtet: „Nach der Armee erschien es mir ziemlich langweilig, schlicht ein Haus zu bewachen.“

Zurück in Israel versuchte sich Raz als Drummer in einer Disko und arbeitete bei einer Werbeagentur. Seine damalige Freundin überzeugte ihn dann, seine künstlerischen Ambitionen zu verfolgen.

Raz nahm Schauspielunterricht und landete kleinere Rollen in Theater- und TV-Produktionen. Irgendwann begann dann die Idee zu Fauda in ihm zu reifen.

Hisham Sulliman als Abu Ahmad, „der Panther“

Der 1978 in Nazareth geborene Hisham Sulliman verkörpert in Fauda Top-Terrorist Abu Ahmad, genannt „der Panther“. Der arabisch-israelische Darsteller begann bereits als Kind mit der Schauspielerei und nahm ab 1997 in Tel Aviv Schauspielunterricht.

Zu Sullimans bekanntesten Filmen zählt das 2013er-Drama Bethlehem – Wenn der Feind dein bester Freund ist.

Laëtitia Eïdo als Dr. Shirin El Abed

Die französische Schauspielerin Laëtitia Eïdo verkörpert in Fauda Dr. Shirin El Abed, eine erst kürzlich aus Frankreich nach Palästina zurückgekehrte Ärztin.

Am 25. Oktober 1990 geboren, wuchs Eïdo in Frankreich auf. Ihr Vater ist Franzose, ihre Mutter stammt aus dem Libanon. Die Darstellerin erlernte ihr Handwerk in Paris und ist in der Lage, vor der Kamera auf Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Arabisch, Hebräisch und Griechisch zu agieren!

Neben Fauda können Zuschauer Eïdo in der Agenten-Serie Strike Back bewundern. Auch in der Komödie Tel Aviv on Fire aus dem Jahr 2018 war Eïdo mit dabei. Hier verkörpert sie die Ex-Freundin von Hauptfigur Salem Abbas (Kais Nashef), die dieser bemüht ist zurückzugewinnen.

Shadi Mar’i als Walid Al Abed

Shadi Mar’i verkörpert in Fauda Walid Al Abed, die 20-jährige rechte Hand des Panthers. Mar’i erblickte am 17. November 1994 das Licht der Welt. Zu seinen bekanntesten Werken neben Fauda zählt der eben bereits erwähnte Bethlehem – Wenn der Feind dein bester Freund, in dem er neben Fauda-Hauptdarsteller Hisham Sulliman zu bewundern ist.

Tomer Kapon als Boaz

Der am 15. Juli 1985 geborene Tomer Kapon mimt in Fauda den jungen Boaz, der Mitglied in Doron Kavillios Einheit ist. Neben Fauda können Zuschauer Kapon auch in der Amazon Prime Video-Superhelden-Parodie The Boys erleben. Dort verkörpert er „Frenchie“, einen Teil der Superhelden jagenden „Boys“.