The Mandalorian: Das sagen die US-Kritiker zur neuen Star Wars-Serie

The Mandalorian: Das sagen die US-Kritiker zur neuen Star Wars-Serie

23. Februar 2020 Aus Von Robert Laubenthal

Vor dem heißersehnten Deutschland-Start der neuen Star Wars-Serie The Mandalorian haben wir einige US-Kritikerstimmen zum größten Release auf Disney+ zusammengetragen: Was sagen die US-Kritiker zu The Mandalorian?

Die erste nicht-animierte Star Wars-Serie The Mandalorian ist in den USA und einigen anderen Ländern bereits erschienen. In Deutschland dauert es noch bis zum 24. März 2020, bis der neue Streaming-Dienst Disney+ an den Start geht. Dann werden auch hierzulande die acht Folgen der 1. Staffel von The Mandalorian verfügbar sein.

Wir haben die bisher in den USA erschienenen Kritiker-Meinungen zu The Mandalorian für euch zusammengestellt. Lest hier, was US-Kritiker über die neue Serie auf Disney+ denken!

Überwältigende Durchschnittswertung

Um es vorwegzunehmen: Auf der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes, die aus gesammelten Kritiken einen Durchschnittswert erstellt, kommt The Mandalorian bisher auf eine Wertung von 95 Prozent positiver Kritiken!

Pedro Pascal Mando The Mandalorian
© Disney+/ Lucasfilm

Das ist außerordentlich stark für eine neugestartete Serie und dürfte die Herzen der Disney-Verantwortlichen höher schlagen lassen!

Darum geht’s in The Mandalorian

In The Mandalorian geht ein namenloser mandalorianischer Kopfgeldjäger (Pedro Pascal) seinem Handwerk nach und jagt gesuchte Verbrecher. Reich wird die zuweilen „Mando“ genannte Figur durch diese Arbeit nicht und der Parsec ist einige Jahre nach dem Fall des Imperiums voller Gefahren und übler Zeitgenossen.

Da erhält der Mandalorianer, der nie seinem Helm abzunehmen scheint, einen ganz besonderen Auftrag: Für einen Kommandanten des ehemaligen Imperiums (Werner Herzog) soll Mando eine schlicht „Das Kind“ genannte Zielperson einfangen.

Pedro Pascal Mando The Mandalorian
© Disney+/ Lucasfilm

„Mando“ weiß sich gegen starke Widerstände durchzusetzen. Doch als „Das Kind“ in seiner Gewalt ist, wird Mando selbst zum Gejagten. Und auch seine Beute wächst dem hartgesottenen Kopfgeldjäger nach und nach ans Herz…

Das sagen US-Kritiker über Setting und Stil von The Mandalorian

Die Kritiker in den USA bemerken einige Einflüsse und stilistische Vorbilder an The Mandalorian. So schreibt etwa Rezensent Richard Roeper in der Chicago Sun Times:

„[The Mandalorian] ist eine visuell faszinierende, durchweg unterhaltsame Space-Spaghetti-Western-Serie.“

Micah Peters führt auf dem US-Portal The Ringer bezüglich der Stimmung der Serie und der Parallelen zum Western weiter aus: „Lange Momente des Schweigens werden durch ausdruckslose Blicke mit Bedeutung aufgeladen. Landschaftsaufnahmen kommunizieren Leere und Verzweiflung, und alles schreit: ‚Das ist ein hartes Leben, doch irgendjemand muss es führen.‘“

Pedro Pascal Mando The Mandalorian
© Disney+/ Lucasfilm

Laut David Sims auf The Atlantic passt dieses Western-Setting zur Thematik des untergegangenen Imperiums. Sims spricht von einer „unbehaglichen, gesetzlosen Welt, die unter einem offensichtlichen Machtvakuum leidet.“ Dieser Interpretation folgend hat also der Zerfall des Imperiums nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ Wildwest-ähnliche Zustände in der Star Wars-Galaxie erschaffen, die The Mandalorian auch stilistisch abbildet.

In der Pilot-Episode stellt Walter Chaw einen konkreten Verweis auf den Spaghetti-Western fest:

„Der Höhepunkt dieser Episode ist eine Schießerei im Hof einer ‚Spanischen Villa‘, die an viele ähnliche Settings und Schauplätze in Western von Sergio Leone und Sergio Corbucci erinnert.“

The Mandalorian als Samurai-Serie

Doch auch Ähnlichkeiten zu anderen ikonischen Genres sind für US-Kritiker an The Mandalorian unübersehbar. Bezüglich der Waffen und Rüstung des Mandalorianers schreibt wiederum Walter Chaw in Decider:

„Einige Male wird ‚Beskar‘ (= Mandalorisches Eisen) erwähnt […] was einen ähnlichen Fetischismus rund um das Schmieden von Waffen und Rüstungen wachruft wie in vielen Samurai-Filmen.“

Das sagen die Kritiker über die Titelfigur des Mandalorianers

Analog zum Setting sehen einige Kritiker in der wortkargen Hauptfigur des Mandalorianers deutliche Western-Einflüsse am Werk. So etwa wiederum Richard Roeper:

„[Der Mandalorianer] ist wie Clint Eastwood in der Rüstung von Robocop.“

Dave Trumbore sieht die Hauptfigur auf Collider ähnlich:

„Er ist eine runde Figur mit einer tragischen Vergangenheit. Und dies ist eine Figur, mit der sich Zuschauer identifizieren können und der sie Erfolg wünschen.“

Trumbore schreibt weiter über die Figur „Mando“:

„Er hat Swagger, Charisma und die nötigen Fähigkeiten, um zu überleben und als Kopfgeldjäger erfolgreich zu sein, doch besitzt er auch ein Herz und kümmert sich um seine Verbündeten.“

Über die Schwierigkeiten, unter einem Helm zu schauspielern

Nun nimmt der Mandalorianer – zumindest zu Beginn der Serie – niemals seinen ikonischen, von Jango und Boba Fett bekannten mandalorianischen Helm ab. Diese Tatsache stellt Darsteller Pedro Pascal (Narcos, Game of Thrones) vor gewisse Schwierigkeiten, wie etwa Tyler Hersko auf dem US-Portal IndieWire feststellt:

„[Pedro Pascal] spricht auf eine eisige, schroffe Art, die exzellent zum Charakter ‚Mando‘ passt. Doch anderweitig erhält er nicht viele Möglichkeiten, unter all seiner schweren Rüstung herauszustechen.“

Auf Vulture sieht Keith Phipps Pascals darstellerische Leistung hingegen in einem positiveren Licht. Er schreibt:

„Pedro Pascal hat unter seiner Rüstung Wege gefunden, eine ausreichende Anzahl an Emotionen in seinem Spiel herüberzubringen.“

Negative Kritiker-Meinungen zu The Mandalorian

Trotz der eingangs erwähnten, äußerst positiven Rotten Tomatoes-Durchschnittswertung finden einige US-Kritiker auch durchaus Negatives an The Mandalorian. So fällt Siddhant Adlakha fällt auf dem Portal /Film auf: „The Mandalorian macht sich Nostalgie zunutze – wie alle Star Wars-Produktionen unter der Ägide des Disney-Konzerns.“

Adlakha spricht hier die vertraute, von Disney oft bemühte ikonische Bilderwelt des Star Wars-Universums an, die auch in The Mandalorian erneut zum Tragen kommt.

Pedro Pascal Mando The Mandalorian
© Disney+/ Lucasfilm

Tyler Hersko schlägt auf IndieWire in dieselbe Kerbe:

„Nach drei Episoden ist The Mandalorian zwar immer noch nicht innovativ, doch die Serie trifft bei allem, was Fans an Star Wars lieben, voll ins Schwarze – und das ist höchstwahrscheinlich genug für die allermeisten Zuschauer.“

Auch David Sims erkennt generelle Schwächen in der Konzeption von The Mandalorian:

„Die eindrucksvollen Schau- und Produktionswerte vermögen es jedoch nicht, einen relativ dürftigen Plot zu überdecken.“

„Klaut“ The Mandalorian seine Serien-Mechanik bei The Walking Dead?

Einen besonderen Kritikpunkt arbeitet Darren Franich auf dem Portal Entertainment Weekly heraus:

„Dies ist ein sehr sonderbares Debüt, das grimmige Härte mit süßlichen, erweichenden Twists vermengt. Das ist die Formel von The Walking Dead: Eine von Gore durchdrungene Todes-Parade, die nahtlos in gefühlvolle Trauer übergeht.“

Über den Score von Ludwig Göransson

Bezüglich der Serienmusik schreibt Dave Trumbore auf Collider:

„Durch alle Wendungen der Geschichte führt uns ein ‚Knaller-Score‘ von Ludwig Göransson, der Cantina-mäßige Lieder mit einem Revolverhelden-Western-Gefühl und dem klassischen Star Wars-Sound zusammenbringt. Bitte mehr davon!“

Auch Siddhant Adlakha äußert sich zur Musik von The Mandalorian:

„Die Serie hört sich allerdings unfassbar gut an. Komponist Ludwig Göransson erschafft eine magnetische Soundlandschaft, die sich anfühlt wie ein klassischer Western, der durch etwas Dunkles und Schäbiges gefiltert wurde – etwa durch einen Agentenfim.“